Zusammenfassung

Warum Recommerce jetzt wichtig ist
Recommerce liefert drei direkte Business-Outcomes. Es ermöglicht Wert-Recovery statt Abschreibung (Returns/B-Stock werden wieder Umsatz). Es schafft zusätzliche Touchpoints über Trade-in und Voucherund bringt Kund:innen zurück in den eigenen Shop. Und es sichert Ownership über den Secondary Market: Qualität, Pricing und Warranty liegen beim Brand, nicht bei Plattformen.
Warum das jetzt so stark zieht? Weil der Markt gerade aktiv in diese Richtung zieht. Trust ist da: Rund jede:r Dritte in Europa hat bereits refurbished Elektronik gekauft, und jüngere Käufer:innen sehen „pre-owned“ als smart, nicht als second-hand. Auch die Größenordnung passt: Der globale Second-hand-Markt liegt bei über 520 Mrd. USD. Und am Ende gewinnt nicht Neuheit, sondern Value – Preis bleibt für viele der wichtigste Faktor, wodurch hochwertige, fair bepreiste Second-Life-Produkte immer attraktiver werden. Deshalb holen führende Brands Recommerce in-house und sichern sich Produkt, Marke und Kundenbeziehung zurück.
Refurbisment als echter Margenhebel
Refurbishment ist der effizienteste Weg, den wirtschaftlichen Wert eines Produkts zu erhalten. Der Unterschied zu Recycling ist klar: Recycling zerstört Struktur, Refurbishment erhält sie.
Neuware schöpft 100% des Margenpotenzials ab. Refurbished Produkte behalten davon oft noch rund 65–80%, weil Kernkomponenten und Fertigungsaufwand bereits „bezahlt“ sind. Recycling holt im Vergleich meist unter 10% zurück, sobald Produkte auf Rohstoffe reduziert werden.
Auf der Kostenseite wirkt Refurbishment zusätzlich: weniger Abschreibungen, weniger Liquidation, weniger Ersatz durch Neuteile. So wird Refurbishment zum Profit-Hebel, nicht zum Sustainability-Expense.

Case: koorvi × Tchibo
Tchibo hat Recommerce ins eigene Portfolio integriert: digitales Take-back + Voucher + Refurb + Resale für Kaffeevollautomaten als brand-kontrollierte Erweiterung des Produktangebots.
So läuft der Recommerce-Prozess bei Tchibo heute
Vom ersten Klick bis zum Wiederverkauf läuft das Tchibo-Setup heute als durchgängiger Prozess – und wir bei koorvi sind der digitale Layer, der alles zusammenhält, steuert und sichtbar macht.
Kund:innen starten im Take-back Portal. Der Einstieg ist bewusst friktionsarm: In wenigen Schritten wird die Rückgabe angestoßen – und genau hier setzen wir bei koorvi an. Jede Rückgabe wird sofort digital angelegt, damit ab Minute 1 klar ist, was zurückkommt, wo es ist und welchen nächsten Schritt es braucht. Kein E-Mail-Pingpong, kein „wir schauen mal“, sondern ein sauberer, trackbarer Startpunkt.
Sobald die Maschine im Prozess ist, übernehmen wir bei koorvi die Unit-Level Steuerung. Jede einzelne Unit läuft als eigener Datensatz mit einem klaren Statuspfad – von Return über Diagnose und Repair bis zu Grading und Resale. Das löst den Whitepaper-Kernpunkt „fragmented infrastructure“ genau dort, wo es sonst weh tut: an den Handovers. Statt manuell zu koordinieren, sorgen wir bei koorvi für transparente Übergaben, klare Verantwortlichkeiten und einen nachvollziehbaren Audit-Trail. Ergebnis: weniger Abstimmung, bessere Planbarkeit, schnellere Durchlaufzeiten.
Der Skalierungshebel: Standardisierung
Im Refurb-Schritt arbeiten etablierte Repair-Partner die Geräte auf – Cleaning, Repair, Testing, QA. Wir bei koorvi machen dabei nicht „die Schraube“, sondern das, was Skalierung ermöglicht: Wir stellen sicher, dass der Prozess standardisiert abläuft und die relevanten Informationen pro Unit sauber dokumentiert sind. So wird QA zu einem reproduzierbaren Standard statt „Handwerk nach Gefühl“ – und genau das hält Qualität stabil, wenn Volumen steigt.
Am Ende spielen wir bei koorvi die Units in den Resale Channel aus: den Tchibo Refurbished Shop. Dort werden die Geräte mit klarer Zustandslogik („sehr gut“/„gut“), transparenten Kriterien und 24 Monaten Garantie plus Rückgaberecht angeboten. Das ist nicht nur ein starkes Customer Promise – es ist operativ der Schlüssel gegen das Whitepaper-Bottleneck Quality Consistency. Weil der Zustand nicht „irgendwie“ beschrieben wird, sondern aus einem sauberen Prozess kommt, bleibt der Wiederverkauf für Tchibo kontrollierbar, skalierbar und markenkonform.
„Mit diesem Programm zeigen wir, dass Nachhaltigkeit kein Kostenfaktor sein muss – sie kann ein Treiber für zirkuläre Geschäftsmodelle und langfristige Wertschöpfung sein.“ Kristina Kölling, Head of Environment und Circular Economy bei Tchibo
Erfolgsfaktoren
Damit Recommerce wirklich skaliert, braucht es ein Setup, das fünf Dinge zuverlässig abdeckt: eine koordinierte Reverse Logistics, damit Rückläufe schnell, planbar und sauber geroutet werden. Konsistente QA, damit Condition, Testing und Grading nicht vom Partner oder Standort abhängen. Volle Datentransparenz, damit pro Unit nachvollziehbar ist, was passiert ist – von Return Reason über Repair-Kosten bis zur Resale-Performance. Automation, um die manuelle Administration an den Übergaben zu reduzieren und Durchlaufzeiten zu senken. Und compliance-fähige Dokumentation, damit Warranty-, Safety- und Repair-Records jederzeit belegbar sind und Recommerce nicht am Reporting oder an Haftungsfragen scheitert.
Für welche Produkte lohnt es sich?

Recommerce zieht in immer mehr Kategorien. Besonders stark sind Elektronik und Haushaltsgeräte (hoher Restwert), gefolgt von Möbeln und Fashion. Schnell wachsen außerdem Sport & Outdoor sowie Kinderprodukte (kurze Nutzungsphasen). Im B2B gewinnen Industrie-Equipment sowie Automotive Parts und Batterien an Bedeutung – vor allem durch Kostendruck und Bedarf an zirkulärem Sourcing. Du willst ein eigenes Re-Commerce-Programm starten? Mit koorvi setzen wir dein Branded-Resale um.
Whitepaper lesen: Recommerce von A bis Z verstehen
In der Ausarbeitung des Whitepapers waren wir darauf bedacht, den kompletten Überblick zum Thema Recommerce zuschaffen: Du bekommst die wichtigsten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit (warum Refurb/Resale Recycling fast immer schlägt), die zentralen Erfolgsfaktoren und typische Launch-Fehler – plus Markt- und Regulierungskontext. Direkt zum Whitepaper kommst du hier.



