Was ist der Reparierbarkeitsindex und wie verändert er die Elektronikbranche?
Ab 2025 wird Reparierbarkeit Pflicht... und zur Chance für Marken, Nachhaltigkeit und Umsatz smart zu verbinden.
von
Lukas von Leyser
Zusammenfasung
Ab 2025 wird der Reparierbarkeitsindex für Produkte wie Smartphones, Laptops und Tablets verpflichtend. Er bewertet, wie leicht sich ein Gerät reparieren lässt, schafft Transparenz für Verbraucher:innen und setzt Hersteller unter Druck, langlebigere Produkte zu entwickeln. Wer früh reagiert, profitiert doppelt: durch regulatorische Sicherheit – und durch steigende Nachfrage nach reparaturfreundlichen Produkten.
Was genau ist der Reparierbarkeitsindex?
Der Reparierbarkeitsindex (RI) ist ein gesetzlich vorgeschriebener Score, der angibt, wie einfach sich ein Produkt reparieren lässt. Ziel ist es, Elektroschrott zu vermeiden, Lebenszyklen zu verlängern und Konsument:innen beim Kauf fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
Zum Start gilt der Index für zentrale Elektronikgeräte wie Laptops, Smartphones und Tablets – weitere Produktgruppen werden folgen. Der Index sendet ein klares Signal: Weg von Wegwerfprodukten, hin zu reparierbaren, zirkulären Designs.
Zeitplan und rechtliche Grundlage
Getrieben von EU-Zielen und Verbraucherwunsch nach Transparenz hat Deutschland zwischen 2023 und 2024 den Reparierbarkeitsindex in nationales Recht überführt. Verankert ist er im Rahmen der EU-Ökodesign-Verordnung und eng mit dem digitalen Produktpass verbunden.
Ab 2025 müssen alle relevanten Produkte, die in Deutschland verkauft werden, mit einer Reparierbarkeitskennzeichnung versehen sein. Hersteller und Händler sind für deren Richtigkeit und Sichtbarkeit verantwortlich.
Wie wird Reparierbarkeit bewertet?
Der Reparierbarkeitsindex basiert auf einer technischen Bewertung folgender Kriterien:
Wie einfach lässt sich das Gerät zerlegen?
Sind Ersatzteile verfügbar – und zu welchem Preis?
Gibt es öffentlich zugängliche Reparaturanleitungen?
Wird Software-Support über einen Mindestzeitraum garantiert?
Besonders gewichtet werden Bauteile, die häufig kaputtgehen: Akku, Bildschirm, Gehäuse, Hauptplatine. Am Ende steht eine Bewertung von A (sehr gut) bis E (schlecht), die für Verbraucher:innen sichtbar gemacht wird – etwa als Label im Handel oder als QR-Code mit Link zur EU-Datenbank EPREL.
Was müssen Hersteller jetzt tun?
Die Umsetzung beginnt mit einer soliden Selbsteinschätzung: Hersteller müssen ihre Produkte nach den offiziellen Kriterien bewerten und dokumentieren. Danach gilt es:
Reparierbarkeit in der Produktentwicklung mitzudenken – z. B. durch modulare Bauweise und Standardschrauben
Reparaturanleitungen zu veröffentlichen
Ersatzteile für eine definierte Zeit vorzuhalten
Jedes relevante Produkt korrekt zu kennzeichnen
Das ist keine reine Compliance-Aufgabe – es erfordert enge Abstimmung zwischen Design, Entwicklung, Logistik und Recht. Und es ist eine Chance, sich strategisch für langlebige Wertschöpfung aufzustellen.
Was bedeutet der Index für Händler:innen und Verbraucher:innen?
Händler:innen müssen die Kennzeichnung sichtbar machen – online wie im Laden. Verbraucher:innen sollen Reparierbarkeitsbewertungen leicht vergleichen können.
Für Käufer:innen bringt das echte Orientierung: Wie lange hält das Produkt? Wie teuer ist eine Reparatur? Statt zu raten, gibt es nun klare, vergleichbare Infos. Wer diese proaktiv kommuniziert, baut Vertrauen auf – und positioniert sich als Qualitätsmarke.
Wie Deutschland den Weg für zirkuläre Elektronik bereitet
Der Reparierbarkeitsindex ist mehr als ein Label – er ist ein Wendepunkt. Er fördert eine neue Reparaturkultur, bekämpft geplante Obsoleszenz und macht zirkuläres Design zur Pflicht statt Kür.
Marken, die hier früh vorangehen, sind nicht nur in Deutschland gut aufgestellt – sondern in der ganzen EU. Denn der digitale Produktpass und weitere Kreislaufregeln sind bereits auf dem Weg.
Was sollten Marken und Händler:innen jetzt tun?
Die Vorreiter:innen warten nicht auf Vorschriften – sie nutzen Reparierbarkeit als Wettbewerbsvorteil. Das bedeutet:
Portfolio-Check: Welche Produkte erfüllen die Kriterien?
Kommunikation: Reparierbarkeitsindex als Qualitätsversprechen nutzen
Partner wie koorvi einbinden: für Rücknahme, Reparatur und Wiederverkauf
Der Reparierbarkeitsindex kommt. Die Frage ist nicht, ob man reagiert – sondern wie schnell daraus ein Geschäftsmodell wird.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der deutsche Reparierbarkeitsindex und welche Produkte umfasst er?
Der deutsche Reparierbarkeitsindex ist eine gesetzlich vorgeschriebene Bewertung, die angibt, wie einfach ein Produkt repariert werden kann – mit Noten von A (sehr gut) bis E (mangelhaft). Der 2025 im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie eingeführte und mit der Digital Product Passport-Initiative verknüpfte Index gilt zunächst für Kernelektronik wie Laptops, Smartphones und Tablets, wobei weitere Produktkategorien folgen werden. Alle relevanten in Deutschland verkauften Produkte müssen ein Reparierbarkeits-Label sowohl im Geschäft als auch online anzeigen, häufig über QR-Code mit Verlinkung zur EPREL-Datenbank der EU, wodurch Verbraucher:innen transparente, vergleichbare Informationen beim Kauf erhalten, um Abfall zu reduzieren und Produktlebenszyklen zu verlängern.
Wie wird der Reparierbarkeitsindex berechnet und welche Kriterien werden bewertet?
Der Reparierbarkeitsindex bewertet Produkte durch detaillierte Prüfung der Zerlegbarkeit einschließlich Zugänglichkeit und Werkzeuganforderungen, Ersatzteilverfügbarkeit und Preistransparenz, öffentlicher Zugänglichkeit von Reparaturanleitungen und Dokumentation sowie garantierter Mindestdauer für Software-Support. Priorität erhalten Komponenten, die typischerweise zuerst ausfallen, wie Akkus, Bildschirme, Gehäuse und Hauptplatinen. Basierend auf diesen Faktoren erhält jedes Gerät einen umfassenden Score, der in das verbraucherfreundliche A-bis-E-Label umgewandelt wird und Käufer:innen ermöglicht, Reparierbarkeit über Marken und Modelle hinweg objektiv zu vergleichen, bevor sie Kaufentscheidungen treffen.
Welche Pflichten haben Hersteller unter den deutschen Reparierbarkeitsindex-Vorschriften?
Hersteller müssen zuverlässige Selbstbewertungen durchführen, bei denen die Reparierbarkeit jedes Produkts nach offiziellen Kriterien bewertet und umfassend dokumentiert wird. Über die Bewertung hinaus müssen sie Reparierbarkeit in das Produktdesign einbetten durch Modularität, Standardschrauben und zugängliche Komponenten, vollständige Reparaturdokumentation öffentlich veröffentlichen, sicherstellen, dass Ersatzteile für definierte Zeiträume nach Produkteinstellung verfügbar bleiben, und jedes relevante Produkt mit seiner korrekten Reparierbarkeitsindex-Note kennzeichnen. Dies erfordert strategische Zusammenarbeit über Design-, Engineering-, Logistik- und Rechtsteams hinweg und stellt einen grundlegenden Wandel von kurzfristigem Verkaufsfokus hin zu langfristiger Wertschöpfung durch Produktlanglebigkeit und Wartbarkeit dar.
Wie profitieren Verbraucher:innen und Händler vom Reparierbarkeitsindex?
Für Verbraucher:innen schafft der Index beispiellose Transparenz und ermöglicht bessere Entscheidungen durch klare, vergleichbare Reparierbarkeits-Informationen, die Mutmaßungen über Produktlebensdauer und Reparaturkosten ersetzen. Das baut Vertrauen auf, besonders wenn Marken ihre Scores und Designphilosophie proaktiv kommunizieren. Händler tragen Verantwortung dafür, Reparierbarkeit online und im Geschäft sichtbar und zugänglich zu machen, profitieren aber auch von Differenzierungsmöglichkeiten durch Hervorheben gut bewerteter Produkte, Aufbau von Kundenloyalität durch Transparenz und Ausrichtung auf wachsende Verbrauchernachfrage nach nachhaltiger Elektronik. Der Index verwandelt Nachhaltigkeit von abstraktem Konzept in greifbares Kaufkriterium, wovon sowohl informierte Verbraucher:innen als auch verantwortungsbewusste Händler profitieren.
Wie können Marken den Reparierbarkeitsindex von Compliance-Pflicht in Wettbewerbsvorteil verwandeln?
Vorausschauende Unternehmen transformieren die verpflichtende Reparierbarkeits-Bewertung in strategische Differenzierung. Wichtige Schritte umfassen Durchführung von Compliance-Audits zur Bewertung von Produktportfolios anhand der Reparierbarkeitsindex-Kriterien, Anpassung von Designprozessen zur Priorisierung von Modularität und Reparierbarkeit ab der Entwicklungsphase, proaktive Kommunikation durch Nutzung von Reparierbarkeits-Scores zur Demonstration von Engagement für Qualität, Service und Nachhaltigkeit sowie Integration zirkulärer Geschäftsmodelle, die über Compliance hinausgehen. Marken können mit spezialisierten Plattformen partnern, um umfassende Reparatur-, Resale- und Rücknahmeprogramme aufzubauen, die mit Vorschriften übereinstimmen und gleichzeitig neue Umsatzströme generieren.
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