Zusammenfassung

IKEA's Rückkauf- und Wiederverkaufsprogramm ist ein zirkuläres Geschäftsmodell, das funktioniert – nicht nur auf dem Papier, sondern in großem Maßstab. Allein im Jahr 2023 wurden über 430.000 Produkte in ein zweites Leben überführt. So konnte IKEA seinen CO₂-Fußabdruck um 24,3 % senken und gleichzeitig den Umsatz um 30,9 % steigern. Mit dem Ziel, bis 2030 vollständig zirkulär zu wirtschaften, zeigt IKEA: Second-Hand ist kein Nischenthema, sondern ein ernstzunehmendes Geschäftsmodell. Hier erfährst du, wie das Modell funktioniert – und wie andere Möbelunternehmen es nachmachen können.
IKEA Filiale mit blauem Fassadenbau, großem gelben IKEA Logo und weißem Schriftzug Home furnishings vor blauem Himmel

Was ist die „Zweite Chance“ von IKEA?

Das Prinzip ist einfach: Kund*innen bringen ihre gut erhaltenen IKEA-Möbel zurück und erhalten dafür eine Gutschrift. Die Produkte werden anschließend entweder im „Zweite-Chance“-Markt weiterverkauft oder recycelt.

Hinter dieser Einfachheit steckt jedoch ein ausgeklügeltes System, das den gesamten Produktkreislauf abdeckt: von der Kundenerfahrung über die Rückwärtslogistik bis hin zur Materialrückgewinnung. Es ist IKEAs Antwort auf die Kreislaufwirtschaft – und zeigt bereits Wirkung.

Nach einem Start in Märkten wie Schweden und Großbritannien wurde das Programm schnell ausgeweitet. Bis Ende 2024 war es bereits in 33 US-Filialen aktiv und zählte allein 2023 über 211.600 teilnehmende Kund*innen – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Die Ursprünge des Programms reichen zurück ins Jahr 2019, als IKEA begann, sich öffentlich als Vorreiter in Sachen Kreislaufwirtschaft zu positionieren. Seitdem hat sich das Modell von einem Pilotprojekt zu einer globalen Geschäftsstrategie entwickelt.

Wie ein Rückkaufprogramm ohne Konzern-Budget funktioniert, zeigt unser Recommerce Playbook: von Retouren zu Umsatz.

Wie funktioniert das Programm?

Der Ablauf ist unkompliziert:

  1. Onlineformular ausfüllen – Kund*innen beschreiben das Möbelstück und dessen Zustand, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.
  2. Möbel ins Einrichtungshaus bringen – Die Artikel müssen montiert, sauber und funktionstüchtig sein.
  3. Vor-Ort-Bewertung – IKEA prüft das Möbelstück und bestätigt den Rückkaufwert.
  4. Gutschrift erhalten – Bei Annahme erhalten Kund*innen eine Erstattungskarte über den Betrag.
  5. Wiederverkauf oder Recycling – Die Produkte werden in der Fundgrube verkauft oder fachgerecht recycelt.

Nicht alle Artikel sind rückgabefähig. Sofas, Matratzen sowie stark abgenutzte oder veränderte Möbel sind ausgeschlossen. Beliebte Rückläufer sind vor allem Tische, Stühle, Kommoden und Regale.

Infografik: IKEA Zweite Chance Rückkaufprozess in fünf Schritten vom Online-Formular bis zur Gutschrift
So bekommst du ganz einfach deine Gutschrift von IKEA.

Sind Rückkaufprogramme wirtschaftlich attraktiv?

Was dieses Modell so überzeugend macht: Es ist wirtschaftlich tragfähig – selbst im Maßstab von IKEA.

Laut dem Nachhaltigkeitsbericht der Ingka Group, IKEAs Mutterkonzern, wurden 2023 über 263.000 Second-Chance-Produkte allein über Online-Reservierung verkauft – ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zu 70.000 im Vorjahr.

Gleichzeitig trug das Programm zu einer Reduktion des CO₂-Fußabdrucks um 24,3 % bei, während der Gesamtumsatz um 30,9 % stieg.

Auch wenn keine genauen Margen für den Rückkaufbereich veröffentlicht wurden, ist die Richtung klar: Kund*innen akzeptieren zirkuläre Modelle – und IKEA macht daraus ein Geschäft.

Hinzu kommt der Effekt auf die Kundenbindung: Wer ein altes Regal zurückbringt und dafür 40 € Gutschrift erhält, kauft in der Regel direkt ein neues – oft für einen höheren Betrag. Die Rückgabe wird zum Anfang eines neuen Kaufzyklus.

Sogar Black Friday nutzt IKEA strategisch, um das Second-Chance-Modell zu bewerben – und positioniert Wiederverkauf als nachhaltige Alternative zur Konsumflut. Weniger Abfall, mehr Wert.

Vom Beispiel zur eigenen Umsetzung
Das Recommerce Playbook zeigt Schritt für Schritt, wie du Trade-In, Refurbishment und Resale für deine Produkte aufsetzt. Entwickelt von koorvi und INDEED Innovation.
👉 Playbook herunterladen

Was andere Unternehmen von IKEA lernen können

IKEA ist nicht das einzige Unternehmen, das mit zirkulären Konzepten experimentiert. Aber es ist eines der wenigen, das zeigt: Take-Back und Wiederverkauf funktionieren in großem Maßstab – nicht als Marketingmaßnahme, sondern als Business-Modell.

Der Schlüssel zum Erfolg? IKEA behandelt zurückgegebene Möbel nicht als Abfall, sondern als Bestand. Der Second-Chance-Markt ist keine Fundgrube – sondern ein kuratierter Verkaufskanal, der nahtlos ins IKEA-Ökosystem passt.

Das zeigt, wie Rücknahmesysteme:

  • neue Umsatzquellen erschließen,
  • zusätzliche Kundenschnittstellen schaffen,
  • Materialkosten senken,
  • und das Markenimage stärken können.

Branchen wie Möbel, Haushaltsgeräte, Textilien oder auch industrielle Maschinen sollten genau hinschauen: Wenn IKEA das mit Millionen Produkten weltweit schafft, dann kannst du das auch.

Starte dein eigenes Rücknahmesystem mit koorvi

Nicht jedes Unternehmen verfügt über die Infrastruktur von IKEA – und genau hier kommt koorvi ins Spiel.

Unsere Plattform bietet Marken die Tools, um eigene Rückkauf- oder Trade-In-Programme aufzubauen und zu skalieren. Vom kundenfreundlichen Rückgabeportal über automatisierte Produktauswertung bis hin zu optimierten Wiederverkaufsprozessen – koorvi macht aus zurückgegebenen Produkten eine Umsatzquelle statt eines Risikos.

Dank Anbindung an Logistik, Lager und Kundensysteme laufen zirkuläre Modelle mit koorvi nicht nur effizient, sondern auch skalierbar.

  • Einfaches Rückgabeformular auf der Website
  • Automatisierte Bewertung & Sortierung
  • Echtzeit-Tracking & Workflow-Automatisierung

Bereit für dein eigenes Rückkaufprogramm?

Zirkuläre Geschäftsmodelle sind kein Trend – sie sind dein Wettbewerbsvorteil von morgen.

IKEA zeigt, dass Rückgabe und Wiederverkauf mehr sein können als Nachhaltigkeit. Sie sind ein strategischer Wachstumstreiber.

Wenn du mehr Wert aus deinen Produkten schöpfen, die Kundenbindung stärken und in Sachen Zirkularität vorne mitspielen willst – koorvi ist dein Partner.


👉 Lass uns gemeinsam dein Rücknahmesystem aufsetzen.

Noch nicht bereit für ein Gespräch? Hol dir das Recommerce Playbook oder starte mit dem Circularity Check.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Zweite-Chance-Programm von IKEA?

Mit dem Zweite-Chance-Programm (auch Rückkaufprogramm) nimmt IKEA gut erhaltene gebrauchte Möbel zurück und vergütet sie mit einer Gutschrift. Die Produkte werden anschließend im Zweite-Chance-Markt weiterverkauft oder recycelt. Seit dem Start 2019 wurde das Programm global ausgeweitet: 2024 war es in 33 US-Filialen aktiv, allein 2023 machten über 211.600 Kund:innen mit.

Wie funktioniert IKEAs Rückkaufprogramm?

Kund:innen beschreiben ihr Möbelstück in einem Onlineformular und erhalten ein unverbindliches Angebot. Anschließend bringen sie den montierten, sauberen und funktionstüchtigen Artikel in ein Einrichtungshaus, wo IKEA ihn prüft und den Rückkaufwert als Gutschrift auszahlt. Das Möbelstück wird danach im Zweite-Chance-Markt verkauft oder recycelt. Ausgeschlossen sind unter anderem Sofas und Matratzen.

Ist IKEAs Rückkaufprogramm wirtschaftlich erfolgreich?

Ja. 2023 verkaufte IKEA über 263.000 Zweite-Chance-Produkte allein über Online-Reservierung, nach 70.000 im Vorjahr. Das Programm trug zu einer Reduktion des CO₂-Fußabdrucks um 24,3 % bei, während der Umsatz um 30,9 % stieg. Dazu kommt die Kundenbindung: Wer Möbel für eine Gutschrift zurückgibt, kauft in der Regel direkt wieder ein.

Welche Möbel können über IKEAs Rückkaufprogramm zurückgegeben werden?

Den Kern bilden Tische, Stühle, Kommoden und Regale. Die Artikel müssen montiert, sauber und voll funktionsfähig sein; IKEA prüft den Zustand vor Ort und legt den finalen Rückkaufwert fest. Sofas, Matratzen sowie stark abgenutzte oder umgebaute Möbel sind ausgeschlossen.

Wie können andere Unternehmen ein Rücknahmesystem wie IKEA aufbauen?

Mit einer Plattform wie koorvi, die Rückgabeportal, automatisierte Produktbewertung, Tracking und Workflow-Automatisierung mit Logistik- und Warenwirtschaftssystemen verbindet. So startest du ein Rückkauf- oder Trade-In-Programm ohne die Infrastruktur eines Konzerns, ob bei Möbeln, Haushaltsgeräten, Textilien oder Industrieequipment. Retouren werden als Bestand behandelt statt als Abfall und damit zur Umsatzquelle.